Interaktive Grammatik-Theorie zum Entdecken & Markieren
Satzglieder sind Bausteine von Sätzen. Sie werden vom Verb des Satzes verlangt. Ein Satzglied besteht aus einem Wort oder aus mehreren Wörtern, die zusammen eine Einheit bilden. Ein Satzglied bildet je nach Anzahl der Wörter eine Einer-, Zweier-, Dreiergruppe usw.
Markiere im Satz zuerst die Personalform und gegebenenfalls die übrigen Verbformen. Prüfe dann, welche Gruppe von Wörtern sich als Ganzes durch ein einziges Wort ersetzen lässt. Eine solche Gruppe ist ein Satzglied.
Die Zeitung | veröffentlichte | ein Schreiben des Kommissars | auf der letzten Seite.
→ Sie | veröffentlichte | es | dort.
Alle vier Gruppen lassen sich ersetzen → 4 Satzglieder
In einem Satz mit Satzmuster A darf im Vorfeld nur ein Satzglied stehen. Gehe so vor:
Die Zeitung veröffentlichte ein Schreiben des Kommissars auf der letzten Seite.
| Vorfeld | Linke SK | Mittelfeld | Ergebnis |
|---|---|---|---|
| Die Zeitung | veröffentlichte | ein Schreiben des Kommissars auf der letzten Seite. | ✓ Satzglied |
| Auf der letzten Seite | veröffentlichte | die Zeitung ein Schreiben des Kommissars. | ✓ Satzglied |
| Ein Schreiben des Kommissars | veröffentlichte | die Zeitung auf der letzten Seite. | ✓ Satzglied |
| Des Kommissars | veröffentlichte | … | ✗ kein Satzglied (Teil von «ein Schreiben des Kommissars») |
→ Der Satz enthält 3 Satzglieder: die Zeitung | ein Schreiben des Kommissars | auf der letzten Seite
Die linke Satzklammer ist die Personalform des Verbs (= konjugierte Verbform). Die rechte Satzklammer enthält weitere Verbteile (Infinitiv, Partizip, trennbares Präfix usw.).
Die Zeitung veröffentlichte ein Schreiben des Kommissars auf der letzten Seite.
Vorfeld: «Die Zeitung» | linke SK: «veröffentlichte» | Mittelfeld: «ein Schreiben … Seite»
Im Vorfeld steht genau ein Satzglied. Das ist die Grundregel für Satzmuster A. Steht eine Wortgruppe erfolgreich allein im Vorfeld, ist sie ein Satzglied.
Neben Nomen sind auch Präpositionen häufige Chef-Wörter. Ein Satzglied, das eine Präposition als Chef enthält, ist eine Präpositionalgruppe.
Die Präposition als Chef bindet meist eine Nominalgruppe an sich. Eine Präpositionalgruppe ist also eine Nominalgruppe, vor der eine Präposition steht.
| Präposition (= Chef) | Begleitpronomen | Adjektiv | Nomen | Fall |
|---|---|---|---|---|
| durch | den | — | Winter | Akkusativ |
| an | dem | kalten | Wintertag | Dativ |
| aufgrund | unseres | fehlenden | Erfolgs | Genitiv |
Die Präposition legt fest, in welchem Fall die nachfolgende Nominalgruppe steht.
Welcher Fall vorliegt, kannst du mit der Maskulinprobe herausfinden: Ersetze die Nominalgruppe durch eine Nominalgruppe mit männlichem Nomen und lies den Fall am Artikel ab.
Für Kinder ist Detektivarbeit spannend.
→ Für den Mann / Für den Quonk ist Detektivarbeit spannend.
«den» = Akkusativ → Die Präposition für vergibt den Fall Akkusativ.
Um eine Präpositionalgruppe von einer Nominalgruppe zu unterscheiden, nutze die Weglassprobe: Du erkennst die Präpositionalgruppe daran, dass du die Präposition nicht streichen kannst, ohne dass der Satz grammatisch falsch wird.
An dem kalten Wintertag traut sich kein Dieb heraus.
✗ «Dem kalten Wintertag traut sich kein Dieb heraus.» → grammatisch falsch!
→ «An dem kalten Wintertag» = Präpositionalgruppe ✓
In jedem Satz gibt es ein Satzglied, das das Subjekt ist. Es hat zwei Merkmale:
Du kannst das Subjekt erkennen, indem du mit der Maskulinprobe das Satzglied herausfindest, das im Nominativ steht.
Ersetze jede Nominalgruppe probeweise durch eine mit einem männlichen Nomen (z.B. «der Quonk» / «ein Quonk»). Die Nominalgruppe, die im Nominativ erscheint, ist das Subjekt.
Der Polizist | untersucht | den Tatort.
der Polizist = Nominativ → also Subjekt
den Tatort = Akkusativ → Objekt
Ändere die grammatische Zahl (Singular / Plural) der Personalform und schaue, welches Satzglied sich dann anpassen muss.
Die Polizisten | untersuchen | den Tatort.
→ Der Polizist | untersucht | den Tatort.
die Polizisten passt sich an = Subjekt ✓
Auf der Wache | befragt | die Kommissarin | die Zeugin.
→ Auf der Wache | befragen | die Kommissarinnen | die Zeugin.
die Kommissarin passt sich an = Subjekt ✓
Neben dem Subjekt enthalten die meisten Sätze noch andere Satzglieder: zum Beispiel die sogenannten Objekte. Objekt-Satzglieder sind meistens Nominalgruppen. Wie alle Nominalgruppen stehen sie in einem Fall: Akkusativ, Dativ oder Genitiv.
Die Polizisten | untersuchen | den Tatort. (Objekt im Akkusativ)
Die Polizisten | helfen | der älteren Dame. (Objekt im Dativ)
Der Zeuge | beschuldigt | ihn | der Fahrerflucht. (Objekt im Genitiv)
In einem Satz können auch zwei Objekte vorkommen.
Der Zeuge | gibt | dem Polizisten | den entscheidenden Hinweis.
→ Zwei Objekte: eines im Dativ, eines im Akkusativ
Nominalgruppen können ausser Subjekt oder Objekt auch andere Aufgaben im Satz übernehmen:
Nominalgruppen im Genitiv sind selten eigenständige Satzglieder, sondern meist Teil eines Satzglieds. Man nennt sie dann Genitivattribute. Sie können nicht allein im Vorfeld stehen.
Herr Meier fand Juwelen in der Tasche des Diebes.
✗ «Des Diebes fand Herr Meier Juwelen in der Tasche.» → Genitivattribut, kein Satzglied.
| Probe | Frage | Ergebnis |
|---|---|---|
| Ersetzungsprobe | Lässt sich die Wortgruppe durch ein einziges Wort ersetzen? | Ja → Satzglied |
| Vorfeldprobe | Kann die Wortgruppe alleine ins Vorfeld? | Ja → Satzglied |
| Weglassprobe | Wird der Satz ohne die Präposition falsch? | Ja → Präpositionalgruppe |
| Funktion | Fall | Probe |
|---|---|---|
| Subjekt | Nominativ | Maskulinprobe / Personalform-Probe |
| Akkusativobjekt | Akkusativ | Maskulinprobe: «den/einen» |
| Dativobjekt | Dativ | Maskulinprobe: «dem/einem» |
| Genitivobjekt | Genitiv | Maskulinprobe: «des/eines» |
| Präpositionalgruppe | vom Präp. bestimmt | Weglassprobe |
| Fall | Bestimmter Art. | Unbestimmter Art. | Fragepronomen |
|---|---|---|---|
| Nominativ | der | ein | Wer/Was? |
| Akkusativ | den | einen | Wen/Was? |
| Dativ | dem | einem | Wem? |
| Genitiv | des | eines | Wessen? |